Mittwoch – 18:30 Uhr: SV Werder Bremen vs. TTF Liebherr Ochsenhausen

Am Mittwoch, 11. Februar 2026, sind die TTF Liebherr Ochsenhausen am  16. Spieltag der Tischtennis-Bundesliga beim SV Werder Bremen gefordert. Spielbeginn ist um 18:30 Uhr in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle, wo die Oberschwaben auf eines der aktuell formstärksten Teams der Liga treffen. Die Vorzeichen könnten dabei kaum klarer sein: Bremen reist als Tabellenzweiter mit einer eindrucksvollen Siegesserie an, während Ochsenhausen trotz zuletzt dreier Niederlagen weiterhin im oberen Tabellenfeld positioniert ist – nun jedoch vor einer besonders herausfordernden Auswärtsaufgabe steht.

TTF zwischen Verfolgerrolle und personellen Herausforderungen

Trotz zuletzt drei Niederlagen in Serie behaupten die TTF mit 16:14 Punkten weiterhin Rang fünf. Die jüngsten Ergebnisse haben jedoch gezeigt, wie eng das Rennen im oberen Tabellendrittel ist. Entsprechend groß ist der Wunsch, die kleine Negativserie zu beenden und wieder positive Impulse zu setzen.

Von einer Krise wollte Trainer Bogdan Pugna nach der vergangenen Partie bewusst nicht sprechen. Vielmehr gehe es darum, „die Energie wiederzufinden“, um erneut Erfolgserlebnisse einzufahren. Genau diese Mentalität wird auch in Bremen gefragt sein – zumal die Vorzeichen alles andere als günstig sind.

Die TTF reisen ersatzgeschwächt an. Iulian Chirita wurde für den WTT Star Contender in Indien abgestellt und steht nicht zur Verfügung. Noch schwerer wiegt der Ausfall von Tiago Abiodun, der sich einer Operation unterziehen musste (weitere Infos unten im Text). Aufgrund der Nicht-EU-Spielerregel darf zudem Leonardo Iizuka nicht eingesetzt werden. Damit wird neben Spitzenspieler Shunsuke Togami und Andreas Levenko auch Trainer Bogdan Pugna selbst zum Schläger greifen und zu seinem ersten Saisoneinsatz kommen.

Dass Überraschungen trotz solcher Konstellationen möglich sind, zeigte zuletzt das Beispiel Bergneustadt, das ebenfalls mit einem Spielertrainer antrat und damit erfolgreich war. Mut dürfte den Ochsenhauser außerdem die direkte Bilanz machen: Sowohl im Hinspiel der Liga als auch im Pokal-Achtelfinale setzte sich die TTF jeweils mit 3:1 durch – damals unter anderem dank eines stark aufspielenden Togami.

Bremen in beeindruckender Verfassung

Werder Bremen geht mit breiter Brust in das Heimspiel. Die Norddeutschen belegen mit 24:6 Punkten Platz zwei und sind punktgleich mit Spitzenreiter Düsseldorf. Noch bemerkenswerter ist die aktuelle Serie: Sieben Siege in Folge sprechen eine deutliche Sprache und unterstreichen die Playoff-Ambitionen.

Das Team von Trainer Cristian Tamas überzeugt vor allem durch Ausgeglichenheit. Zwar ist der Kader vergleichsweise kompakt, doch alle Akteure liefern konstant ab – jeder Spieler weist eine positive Einzelbilanz auf. Im Doppel ist Bremen mit 4:0 Erfolgen sogar noch ungeschlagen.

Angeführt wird die Mannschaft von Kirill Gerassimenko und Mattias Falck, die beide problemlos die Spitzenposition einnehmen können. Dahinter sorgen Irvin Bertrand und Marcello Aguirre regelmäßig für wichtige Punkte. Trotz der starken Form dürfte Bremen die beiden Niederlagen gegen Ochsenhausen im Hinterkopf haben und entsprechend motiviert sein, sich zu revanchieren.

Klare Rollen – aber nicht ohne Chancen

Die Favoritenrolle ist angesichts der Tabellenlage, der Formkurve und der personellen Situation eindeutig verteilt. Bremen geht mit deutlichen Vorteilen in die Begegnung. Doch gerade solche Konstellationen können im Tischtennis ihre eigene Dynamik entwickeln.

Für Ochsenhausen wird es darauf ankommen, kompakt aufzutreten und die wenigen vorhandenen Chancen konsequent zu nutzen. Ein Erfolg der beiden nominellen Leistungsträger könnte die Partie länger offenhalten – und möglicherweise Druck auf die Gastgeber erzeugen. Die TTF werden jedenfalls nichts unversucht lassen, um etwas Zählbares aus dem Norden mitzunehmen.

Trainer Bogdan Pugna blickt trotz der schwierigen Ausgangslage kämpferisch auf die Aufgabe:
„Natürlich bedaure ich die Situation. Der Plan war eigentlich nicht, dass ich in dieser Saison noch einmal selbst zum Schläger greifen muss. Aber wir nehmen die Lage jetzt so an, wie sie ist, und machen das Beste daraus.“ Gleichzeitig formuliert der Coach eine klare Marschroute: „Wir werden alles versuchen, um zu punkten. Entscheidend wird sein, dass die beiden Jungs, die spielen müssen, ihre Spiele gewinnen – das ist uns bewusst. Solche Herausforderungen gehören zu einer Saison dazu, und sie können eine Mannschaft auch enger zusammenbringen.“

Die Kader in der Übersicht

TTF Liebherr Ochsenhausen

Shunsuke Togami (JPN, 24, WRL #19, Bilanz 11:2)
Iulian Chirita (ROU, 20, WRL #94, Bilanz 9:8)
Leonardo Iizuka (BRA, 19, WRL #124, Bilanz 1:4)
Andreas Levenko (AUT, 26, WRL #163, Bilanz 5:6)
Tiago Abiodun (POR, 17, WRL #341, Bilanz 2:8)
Trainer: Bogdan Pugna

SV Werder Bremen

Kirill Gerassimenko (KAZ, 29, WRL #72, Bilanz 12:9)
Mattias Falck (SWE, 34, WRL #112, Bilanz 11:7)
Irvin Bertrand (FRA, 26, WRL #258, Bilanz 7:2)
Marcello Aguirre (PRY, 33, WRL #227, Bilanz 4:2)
Trainer: Cristian Tamas

Streaming

Die Streamingplattform Dyn Sports überträgt die Partie ab 18:10 Uhr live und exklusiv. Spielbeginn in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle ist um 18:30 Uhr.

Voraussichtliches Saisonaus für Tiago Abiodun nach Hüft-OP

Tiago Abiodun wurde am Montag in Portugal erfolgreich an der Hüfte operiert. Bei dem Eingriff erfolgte eine Knorpelglättung – eine medizinische Maßnahme, die bereits seit längerer Zeit geplant war. Die zugrunde liegende Problematik war früh erkannt worden, weshalb sich Verein, Familie und Spieler gemeinsam für diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt entschieden, um langfristige Schäden zu vermeiden und die weitere Entwicklung des erst 17-Jährigen nicht zu gefährden.

Die anschließende Rehabilitation wird Abiodun vollständig in seiner Heimat absolvieren. Für die laufende Saison kommt die Operation aller Voraussicht nach einem vorzeitigen Aus gleich, denn eine übereilte Rückkehr steht für die Verantwortlichen nicht zur Debatte. Vorrang hat eine vollständige Genesung, damit das Nachwuchstalent mit Beginn der kommenden Spielzeit wieder schmerzfrei und in voller Belastbarkeit zur Verfügung stehen kann.