TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT 0:3

Vor ausverkaufter Kulisse mussten sich die TTF Liebherr Ochsenhausen am 15. Spieltag der Tischtennis-Bundesliga dem favorisierten 1. FC Saarbrücken TT mit 0:3 geschlagen geben. In der Neuauflage des Pokal-Halbfinals bestätigten die Gäste ihre Rolle als Spitzenteam und nahmen verdient beide Punkte mit. Für Ochsenhausen hingegen setzt sich eine aktuell schwierige Phase fort – es war die dritte Niederlage in Folge.

Bereits im Vorfeld hatte vieles auf ein intensives Duell hingedeutet: Die Halle war restlos gefüllt, die TTF wollten nach zuletzt zwei Niederlagen zuhause eine Reaktion zeigen und erstmals in der Rückrunde wieder mit einem nahezu kompletten Aufgebot antreten. Saarbrücken reiste als Tabellendritter an, verzichtete jedoch auf Superstar Fan Zhendong sowie Nationalspieler Patrick Franziska. Dennoch unterstrich die Aufstellung der Gäste eindrucksvoll die enorme Kadertiefe.

TTF komplett, Saarbrücken besticht durch Breite

TTF-Cheftrainer Bogdan Pugna setzte auf Shunsuke Togami, Tiago Abiodun und Andreas Levenko. Iulian Chirita nahm angeschlagen zunächst auf der Bank Platz.

Saarbrücken vertraute auf Eduard Ionescu, Darko Jorgic und Abwehrstratege Yuto Muramatsu – eine Formation, die internationale Erfahrung mit taktischer Variabilität vereinte.

Auftakt auf höchstem Niveau

Den Beginn machte das mit Spannung erwartete Spitzenspiel zwischen Shunsuke Togami und Darko Jorgic – gleichzeitig das Duell des bis dato zweitbesten gegen den statistisch erfolgreichsten Spieler der Liga. Beide Akteure kennen sich bestens, entsprechend gab es keine taktischen Überraschungen.

Togami erwischte den besseren Start und dominierte zunächst die kurzen Ballwechsel. Mit präzisem Aufschlag-Rückschlag-Spiel sicherte sich der Japaner die ersten beiden Durchgänge jeweils knapp in der Verlängerung. Doch Jorgic stellte sich zunehmend besser ein, erhöhte den Druck in den Rallyes und übernahm Schritt für Schritt die Kontrolle. Wie schon im Hinspiel kippte die Partie nach einer 2:0-Führung noch – der Slowene gewann drei Sätze in Folge und brachte Saarbrücken früh in Front.

Ionescu dreht auf – Abiodun ohne Zugriff

Anschließend traf Tiago Abiodun auf Eduard Ionescu. Der 17-Jährige hatte zuletzt mit einem Erfolgserlebnis aufhorchen lassen, konnte dieses Niveau vor heimischem Publikum jedoch nicht abrufen. Ionescu präsentierte sich äußerst stabil, agierte druckvoll aus der Halbdistanz und spielte sich phasenweise in einen regelrechten Rhythmus. Abiodun fand kaum Lösungen und unterlag deutlich in drei Sätzen.

Levenko fordert Muramatsu – doch die entscheidenden Punkte fehlen

Damit standen die TTF bereits unter Zugzwang, doch Andreas Levenko sah sich mit einer anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert. Gegen den japanischen Abwehrspieler Yuto Muramatsu entwickelte sich ein sehenswertes Match mit langen Ballwechseln und großem kämpferischem Einsatz auf beiden Seiten. Levenko blieb stets dran, ließ jedoch in den entscheidenden Momenten Chancen ungenutzt. Alle drei Sätze gingen knapp an Muramatsu – ein Ergebnis, das den Spielverlauf etwas klarer erscheinen lässt, als er tatsächlich war.

TTF rutschen in der Tabelle ab – Pugna sieht aber keine Krise

Nach den Aufstellungen hatten sich die Gastgeber durchaus Möglichkeiten ausgerechnet, doch Saarbrücken präsentierte sich souverän, fokussiert und abgeklärt. Ochsenhausen hielt kämpferisch dagegen, konnte sich für den Aufwand jedoch nicht belohnen. Der Favorit setzte sich letztlich verdient durch.

In der Tabelle rutschen die TTF mit nun 8 Siegen und 7 Niederlagen (16:14 Punkte) auf Rang sechs ab. Saarbrücken festigt dagegen mit 22:8 Punkten und einer Bilanz von 11:4 Erfolgen den dritten Platz. Während den Gästen derzeit der Rückenwind trägt, scheint den Ochsenhausern momentan etwas das Selbstvertrauen zu fehlen – ein Eindruck, der sich in engen Spielsituationen bemerkbar machte.

TTF-Trainer Bogdan Pugna zeigte sich nach der Partie selbstkritisch: „Glückwunsch an Saarbrücken – sie haben einmal mehr gezeigt, was für ein starkes Team sie sind, auch ohne Fan Zhendong und Patrick Franziska. Ich kann nicht glücklich über unsere Leistung sein, denn wir wollten den Fans mehr zeigen.“

Mit Blick auf die aktuelle Phase ordnete der Coach die Situation jedoch ein:
„Wir haben ein junges Team und in der Hinrunde sehr gut performt. Jetzt müssen wir gemeinsam schauen, wo wir die Energie wiederfinden. Wir sind realistisch genug zu wissen, dass wir vielleicht auch etwas über unseren Möglichkeiten gespielt haben. Aber wir werden nach vorne schauen, von Spiel zu Spiel denken und weiter hart arbeiten. Es ist keine Krise – aus solchen Situationen entstehen auch neue Chancen, und die Erfolge werden zurückkommen.“

Die einzelnen Spiele im Überblick

Shunsuke Togami – Darko Jorgic 2:3 (12:10, 12:10, 8:11, 7:11, 6:11)

Tiago Abiodun – Eduard Ionescu 0:3 (5:11, 7:11, 8:11)

Andreas Levenko – Yuto Muramatsu 0:3 (9:11, 12:14, 10:12)

Ausblick

Viel Zeit zum Hadern bleibt nicht: Bereits am 11. Februar 2026 sind die TTF erneut gefordert und treten auswärts beim SV Werder Bremen an. Dort will das Team die Negativserie stoppen und wieder Punkte sammeln.

Das Re-Live der Begegnung ist auf der Streamingplattform Dyn Sports abrufbar.