Werder Bremen – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:1
Am 16. Spieltag der Tischtennis-Bundesliga mussten sich die TTF Liebherr Ochsenhausen am Mittwochabend dem SV Werder Bremen mit 1:3 geschlagen geben. In der Klaus-Dieter-Fischer-Halle erwies sich der Tabellenzweite als der erwartet schwere Gegner. Nach nun vier Niederlagen in Serie bleibt Ochsenhausen mit einem ausgeglichenen Punktekonto von 16:16 weiterhin auf Rang fünf.
TTF müssen improvisieren – Bremen in Bestbesetzung
Die personellen Voraussetzungen hatten sich bereits im Vorfeld abgezeichnet: Tiago Abiodun fällt nach Hüftoperation langfristig aus, Iulian Chirita war beim WTT Star Contender in Indien im Einsatz und Leonardo Iizuka konnte aufgrund der Nicht-EU-Regelung nicht nominiert werden. Die Aufstellung der TTF stellte sich damit nahezu von allein auf. Neben Spitzenspieler Shunsuke Togami und Andreas Levenko rückte Spielertrainer Bogdan Pugna ins Team.
Bremen setzte hingegen auf seine bewährte Formation mit Mattias Falck, Marcello Aguirre und Kirill Gerassimenko – ein Trio, das in dieser Saison konstant punktet und maßgeblich zum Höhenflug der Hanseaten beiträgt.
Schwieriger Auftakt für Ochsenhausen
Im Auftaktduell traf Spielertrainer Bogdan Pugna auf Bremens Führungsspieler Mattias Falck. Erwartungsgemäß waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt: Der Schwede dominierte das Geschehen und ließ beim deutlichen 3:0 keine Zweifel aufkommen. Für Pugna, dessen Fokus eigentlich auf der Trainerbank liegt, war nichts zu holen.
Togami bringt die TTF zurück ins Spiel
Shunsuke Togami konnte anschließend direkt ausgleichen. Der Japaner präsentierte sich in bestechender Form, agierte druckvoll und mit hoher Präzision. Beim klaren 3:0-Erfolg über Marcello Aguirre ließ er seinem Kontrahenten kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Togami bestätigte damit nicht nur seine starke Saisonbilanz, sondern auch seine derzeitige Verfassung: Erst kurz zuvor war er als Bronzemedaillengewinner vom Asia Cup zurückgekehrt, bei dem er unter anderem die Weltranglistennummer drei Lin Shidong aus China bezwingen konnte.
Levenko kämpft – muss sich aber geschlagen geben
Das dritte Spiel entwickelte sich aus Sicht der Gäste bereits zu einer Schlüsselpartie. Andreas Levenko benötigte einen Erfolg, um die Chance auf Zählbares zu wahren. Doch Kirill Gerassimenko zeigte sich abgeklärt und variabel. Zwar stemmte sich der Österreicher gegen die drohende Niederlage und sicherte sich Satz drei, insgesamt gelang es ihm jedoch zu selten, sein Topniveau abzurufen. Mit einem Gang mehr im vierten Durchgang machte der Kasache den 3:1-Erfolg für die Gastgeber perfekt.
Togami kann die Niederlage nicht verhindern
Somit lag es erneut an Togami, sein Team im Rennen zu halten. Im Duell der beiden Einser fand der 24-Jährige jedoch nur schwer in die Partie, denn Falcks Spielanlage stellte ihn immer wieder vor neue Aufgaben. Obwohl sich Togami im dritten Satz steigerte und zwischenzeitlich führte, gelang es ihm nicht, die Partie zu drehen. Nach einem intensiven Programm und der Anreise aus China erst am Vortag fehlte zudem die letzte mentale Frische. Falck nutzte dies konsequent und besiegelte mit 11:9, 11:7 und 11:9 den Bremer Gesamtsieg.
TTF nach verdienter Niederlage selbstkritisch
Unter dem Strich stand ein verdienter Erfolg für die Gastgeber, die mit nun 26:6 Punkten ihren zweiten Tabellenplatz festigten und wieder mit Spitzenreiter Düsseldorf gleichzogen. Ochsenhausen hingegen wartet weiterhin auf ein Erfolgserlebnis und steckt weiterhin in einer kleinen Ergebniskrise.
Dennoch relativiert ein Blick auf die Umstände die Niederlage und auch TTF-Präsident Kristijan Pejinovic ordnete die Begegnung realistisch ein: „Mehr war heute leider nicht drin. Es ist bitter für uns, aber Bremen ist unabhängig von den Aufstellungen ein sehr starker Gegner.“
Besonders hob er den Einsatz des Spielertrainers hervor: „Ein großes Lob an Bogdan, dass er für sein Team gespielt hat und seine Mannschaft damit in Schutz genommen hat.“
Mit Blick auf das vierte Einzel erklärte Pejinovic: „Für Shunsuke Togami war es im zweiten Spiel verständlicherweise schwer, die letzte Motivation zu finden, nachdem mit dem zweiten Punkt praktisch feststand, dass ein Gesamtsieg kaum noch möglich sein würde.“
Gleichzeitig fand der Präsident auch selbstkritische Worte: „Wir müssen in uns hineinhören, damit solche Konstellationen künftig nicht mehr vorkommen. Der Trainer soll Trainer sein – und genauso müssen wir ihn schützen, wie er heute sein Team geschützt hat.“ Trotz der aktuellen Phase gelte es nun, „den Kopf oben zu behalten und den Fokus nach vorne zu richten – am Sonntag wollen wir wieder zwei Punkte holen.“
Die einzelnen Spiele im Überblick
Mattias Falck – Bogdan Pugna 3:0 (11:0, 11:1, 11:5)
Marcello Aguirre – Shunsuke Togami 0:3 (9:11, 1:11, 7:11)
Kirill Gerassimenko – Andreas Levenko 3:1 (11:8, 11:5, 9:11, 11:7)
Mattias Falck – Shunsuke Togami 3:0 (11:9, 11:7, 11:9)
Hinweis: Das Re-Live der Partie ist auf der Streamingplattform Dyn Sports verfügbar.
Chance zur schnellen Wiedergutmachung gegen Bad Königshofen
Sonntag – 15:30Uhr: TSV Bad Königshofen – TTF Liebherr Ochsenhausen
Viel Zeit zum Hadern bleibt den TTF nicht. Bereits am kommenden Sonntag, 15. Februar (15:30 Uhr), wartet mit dem Auswärtsspiel beim TSV Bad Königshofen die nächste Aufgabe. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge wollen die Oberschwaben ihren Negativlauf beenden und wieder in die Erfolgsspur finden.
Die Voraussetzungen dürften sich dabei verbessern: Iulian Chirita soll in den Kader zurückkehren und das Trio komplettieren, während der Einsatz von Spielertrainer Bogdan Pugna die Ausnahme bleiben dürfte. Mit dann wieder größerer personeller Stabilität wollen die TTF ein anderes Gesicht zeigen.
Doch die Aufgabe wird anspruchsvoll. Bad Königshofen, aktuell auf Platz zehn zu finden, hat nach schwieriger Hinrunde deutlich zugelegt und rangiert in der Rückrundentabelle im oberen Mittelfeld. Winterneuzugang Xue Fei aus China bringt zusätzliche Qualität, zudem präsentiert sich Altmeister Bastian Steger aktuell in starker Form.
Für beide Mannschaften steht viel auf dem Spiel – Ochsenhausen kämpft darum wieder zurück in die Spur zu finden, während die Gastgeber weiter Abstand zu den Abstiegsrängen gewinnen wollen.
Alles deutet somit auf eine ausgeglichene Begegnung hin, in der die TTF vor allem eines erreichen möchten: eine unmittelbare Reaktion zeigen und sich für den hohen Aufwand endlich wieder belohnen.
Dyn Sports überträgt die Partie ab 15:10 Uhr live und exklusiv.
