Einzelturnier in Tokio beendet, Teamwettbewerbe beginnen am Sonntag

Simon Gauzy mit guten Auftritten im Herreneinzel

Ein gutes olympisches Einzelturnier hat Simon Gauzy gespielt, auch wenn er nur zwei Matches bestreiten durfte. Die Nummer 14 der Setzliste, vor fünf Jahren in Rio noch in der Runde der letzten 32 ausgeschieden, kam diesmal unter die besten 16, hatte dort jedoch einen nahezu unüberwindlichen Gegner. Zunächst hatte der 26-Jährige Ochsenhauser ein Freilos, um in der 1. Runde Jonathan Groth ohne Satzverlust auszuschalten. Gauzy, aktuelle Nummer 19 der Welt, verbuchte gegen den dänischen Linkshänder, als Nummer 31 des internationalen Rankings ebenfalls einer der besten Europäer, drei umkämpfte Durchgänge und einen deutlichen Satzgewinn (12:10, 11:9, 11:9, 11:5). Damit stand er setzungsgemäß im Achtelfinale. Dass es nicht mehr wurde, war seinem immens starken Gegner aus dem Reich der Mitte geschuldet. Es handelte sich um Titelverteidiger Ma Long, langjährige Nummer eins und aktuelle Nummer drei der Welt. Beim 6:11, 11:9, 4:11, 7:11 und 5:11 hatte Gauzy allerdings nur in einem Satz die Nase vorn. Der Franzose schied ehrenvoll gegen den späteren Olympiasieger aus – Ma hat nämlich vor einer Stunde seinen Landsmann Fan Zhendong im Finale von Tokio in sechs Sätzen bezwungen.

Nicht so gut lief es bei dem 21-jährigen US-Boy Kanak Jha, der im Herreneinzel nur einmal an den Tisch durfte. Ausgerechnet gegen den Ex-Ochsenhauser Kirill Skachkov kassierte der Weltranglisten-30. eine 2:4-Niederlage. Beim 9:11, 11:9, 9:11, 11:0, 7:11, 4:11 war eigentlich viel mehr drin, doch Jha verlor in den letzten beiden Sätzen den Faden und fand nicht mehr in seinen Rhythmus.

Hugo Calderano, der weiter in Ochsenhausen lebt und trainiert, hatte den Sprung in die höchsten Turnierregionen durch eine 2:4-Niederlage im Viertelfinale – nach anfänglich klarer Dominanz – gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Dimitrij Ovtcharov (Deutschland) verpasst.

Auftakt Teamwettbewerbe am Sonntag

Ab Sonntag geht es weiter mit den Mannschaftswettbewerben. Hier möchten die drei „Musketiere“ aus Ochsenhausen nochmals Akzente setzen und etwas bewegen. Im Team Frankreichs, das 2016 in Rio im Achtelfinale stand, ist Simon Gauzy der Topspieler und Leitwolf – Can Akkuzu, Neuzugang der TTF, steht als Reservespieler bereit. Der erste Gegner der an Position acht gesetzten „Équipe Tricolore“ am Sonntagfrüh hat es in sich. Die an elf gesetzte Auswahl Hongkongs mit ihrem Topmann Wong Chun Ting könnte, wenn alles passt, dennoch geschlagen werden. Dies wäre gleichbedeutend mit dem Einzug ins Viertelfinale, was bereits ein guter Erfolg wäre.

Die Vereinigten Staaten (Setzposition 14) mit ihrer Nummer eins Kanak Jha treffen in der Nacht von Sonntag auf Montag im Achtelfinale auf Schweden – ein heftiger Gegner mit seinen Bundesliga-Assen Falck, Karlsson und Källberg. Der Einzug ins Viertelfinale wäre als Sensation zu bewerten.

Mehr zugetraut wird dem Trio Brasiliens mit seinem Weltklassespieler Calderano, das an Position sechs gesetzt ist. In Rio 2016 in der ersten Runde gegen Südkorea ausgeschieden, soll diesmal mehr herausspringen. Gustavo Tsuboi und Vitor Ishiy, die ebenfalls der Ochsenhauser Trainingsgruppe angehören, komplettieren das Team des Südamerika-Meisters, der am Montagfrüh als Favorit auf Serbien trifft.

Am Freitag, den 6. August, steigt im Tokyo Metropolitan Gymnasium um 19.30 Ortszeit (12.30 Uhr deutscher Zeit) das Finale um den Titel des Mannschafts-Olympiasieger 2020. Hoher Titelfavorit ist natürlich die Auswahl Chinas.