Es hat nicht gereicht: Heimniederlage gegen Düsseldorf im Spitzenspiel

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 1:3 

Mit Spannung war das Gipfeltreffen in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) erwartet worden und die TTF hatten sich vorgenommen, nichts unversucht zu lassen, dem amtierenden Meister, Pokalsieger und Champions-League-Gewinner ein Bein zu stellen. Wohl wissend, dass es in dieser Saison besonders schwer ist, den verlustpunktfreien Ligaprimus zu schlagen.

Nun, man hat es versucht und zeigte den Fans auch einige sehenswerte Matches, doch für den große Wurf hat es nicht gereicht. Die Rheinländer gewannen letztlich verdient mit 3:1 und haben ihre Tabellenführung mit nunmehr 18:0 Punkten ausgebaut. Die TTF sind jetzt punkt- und spielegleich mit dem 1. FC Saarbrücken, mit dem sie gemeinsam auf Platz 2 liegen. Der Vorsprung auf einen Nicht-Play-off-Platz beträgt vier Punkte. Somit gilt es, auch weiter hellwach zu bleiben und jede Gelegenheit zum Punkten zu nutzen. Am besten gleich am kommenden Sonntag, wenn man zum Tabellenneunten ASV Grünwettersbach reist.

Zunächst hatte man am Sonntagnachmittag in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle zu registrieren, dass Kanak Jha seine tolle Form von der WM in Texas diesmal nicht abrufen konnte. Gegen Penholderkünstler Dang Qiu zog der 21-jährige Ochsenhauser mit 0:3 recht glatt den Kürzeren. Dabei wäre ein Auftakterfolg so wichtig gewesen, das Topteam aus NRW zu beeindrucken. Als dann noch der an Position zwei aufgestellte „Leader“ Simon Gauzy sein Match gegen den Schweden Anton Källberg, früher dem Liebherr Masters College angehörend, in fünf umkämpften Durchgängen verloren hatte, standen die Chancen auf einen TTF-Sieg bei realistischer Betrachtung nicht mehr allzu gut.

Weltmeisterliches Duell: Kulczycki ließ TTF kurzzeitig wieder hoffen

Immerhin durften die Fans dann aber einen Sieg eines Ochsenhausers bejubeln – in einem tollen Match, bei dem ein Beinahe-Weltmeister einen Weltmeister bezwingen konnte. Die Rede ist vom Erfolg von Samuel Kulczycki, vor wenigen Tagen erst knapp im Endspiel der U19-Weltmeisterschaften in Portugal gescheitert, gegen den Doppel-Weltmeister von Houston, den Schweden Kristian Karlsson. Durch das 3:2 (11:8, 9:11, 11:7, 9:11, 11:8) des jungen Polen, der nahtlos an seine Jugend-WM-Vorstellungen anknüpfte, waren die TTF plötzlich wieder im Spiel.

Doch alles basierte nun darauf, dass Kanak Jha Källberg bezwingen musste, zumal die Konstellation für das mögliche Schlussdoppel nicht ungünstig erschien. Doch der junge US-Amerikaner hatte eben keinen Galatag erwischt. Nur im ersten Satz zog er sein Spiel gnadenlos durch, doch danach riss der Faden und Källberg tütete mit einem 3:1 (4:11, 11:6, 11:5, 11:4) recht ungefährdet den Düsseldorfer 3:1-Sieg ein.

„Schade“, so TTF-Cheftrainer Fu Yong: „Aber die Niederlage kommt natürlich nicht überraschend, Düsseldorf ist im Moment unheimlich stark und als Team sehr ausgeglichen besetzt. Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben kämpferisch alles gegeben. Ein besonderes Highlight war natürlich Samuels Sieg gegen Karlsson.“

Samuel Kulczycki selbst unterstrich auch das Positive: „Mit meiner Leistung gegen Karlsson kann ich zufrieden sein, letzte Saison habe ich gegen ihn noch mit 0:3 verloren. Trotz der Niederlage: Wir haben alles gegeben und ein gutes Match gezeigt. Es war nicht perfekt von uns, aber ordentlich, gegen eine Mannschaft, die Favorit war. Wenn wir weiterhin dieses Niveau abrufen, werden wir in der Spitzengruppe der Liga bleiben.“

„Leider hat es nicht gereicht heute, dennoch war es ein spannendes Spiel“, so das Fazit von TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Ausschlaggebend war sicher, dass Kanak Jha heute nicht in sein Spiel fand. Schade, doch das kann schon mal passieren, heute war es ja keine Pflichtaufgabe für uns, einen Sieg einzufahren, sondern eine mögliche Kür. Düsseldorf war das bessere Team und hat verdient gewonnen. Ein schönes Highlight war aber das Match von Samuel Kulczycki gegen Karlsson, das war sehr hohes Niveau und hat gezeigt, was an einem guten Tag gehen könnte.“ 

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 1:3
Kanak Jha – Dang Qiu 0:3 (8:11, 7:11, 4:11)
Simon Gauzy – Anton Källberg 2:3 (6:11, 11:9, 11:6, 6:11, 7:11)
Samuel Kulczycki – Kristian Karlsson 3:2 (11:8, 9:11, 11:7, 9:11, 11:8)
Kanak Jha – Anton Källberg 1:3 (11:4, 6:11, 5:11, 4:11)