Gegen Grenzau zwei Punkte im Visier

Sonntag, 15.00 Uhr: TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Zugbrücke Grenzau

Das erste von vier „Endspielen“ der TTF Liebherr Ochsenhausen um das Erreichen der Pay-offs um die Deutsche Meisterschaft steht am kommenden Sonntag an, Schauplatz ist die heimische Dr.-Hans-Liebherr-Halle. Gegner ist mit dem TTC Zugbrücke Grenzau einer der traditionsreichsten Klubs im deutschen Mannschaftstischtennis.

Doch die großen Erfolge liegen eine ganze Weile zurück. Heute backt der Verein aus dem rheinischen Westerwald kleinere Brötchen und ist einfach nur bestrebt, in der Beletage des deutschen Tischtennis zu bleiben. Man hat in der Rückrunde eine verstärkte Mannschaft am Start, die auch bereits zwei Spiele im Jahr 2022 gewonnen hat – gegen Bergneustadt und Bad Königshofen, also gegen Mitkonkurrenten der TTF um die Play-offs. Dem gegenüber stehen gegenwärtig fünf Rückrunden-Niederlagen. Sollte nur eine Mannschaft absteigen, hat man gute Karten, erstklassig zu bleiben, erwischt es allerdings zwei Teams, könnte es für den derzeitigen Tabellenvorletzten mit 8:28 Punkten sehr eng werden.

Der frühere deutsche Nationalspieler Patrick Baum, im Jahr 2005 Jugendweltmeister und noch danach einige Zeit auf Augenhöhe mit Dimitrij Ovtcharov, ist die Nummer eins. Der 34-jährige Linkshänder, der nach einigen Jahren in der französischen Eliteliga Pro-A wieder in sein Heimatland zurückgekehrt ist, ist immer noch ein guter Spieler und hat bisher eine 12:11-Bilanz verbucht. In der Weltrangliste wird er mangels internationaler Einsätze nicht mehr geführt. Neu an Position zwei steht der zur Rückrunde verpflichtete Taiwaner Feng Yi-Hsin, in der Weltrangliste auf Platz 164 notiert. Der 19-jährige Feng hat zwei seiner bisherigen fünf Matches gewinnen können und scheint ein guter Mann für die TTBL zu sein. Unter anderem konnte er den deutschen Nationalspieler Kilian Ort (Bad Königshofen) bezwingen.

Der 27-jährige Wu Jiaji scheint der schwächere der beiden Asiaten zu sein, er ist bisher mit einer 3:12-Bilanz notiert. Der gebürtige Chinese, der seit 2016 international für die Dominikanische Republik spielt, liegt derzeit auf Platz 298 der Weltrangliste. Hinter ihm finden wir den Rumänen Cristian Pletea auf der Meldeliste. An guten Tagen ein gefährlicher Mann, doch den endgültigen Durchbruch in der Bundesliga hat der 21-Jährige noch nicht geschafft, seine aktuelle 5:14-Bilanz dokumentiert dies. Im internationalen Ranking ist er auf Position 96 gelistet. Keine Rolle scheint unter Cheftrainer Slobodan Grujic der vor der Saison aus Bad Homburg ins Brexbachtal gekommene vormalige DTTB-U23-Auswahlspieler Nils Hohmeier (Weltrangliste Platz 270) zu spielen, der erst zweimal zum Einsatz kam.

Im Hinspiel Ende August 2021 in der Grenzauer Zugbrückenhalle konnten sich die Oberschwaben mit 3:0 behaupten – Simon Gauzy, Kanak Jha und Samuel Kulczycki überließen dem Gegner damals nur zwei Sätze.

Grenzau verfügt über eine nicht überragend, aber durchaus gut besetzte Mannschaft, der man nicht den kleinen Finger geben darf, da sie dann gerne gleich die ganze Hand nimmt. Angst vor den Westerwäldern brauchen die TTF-Asse nicht zu haben, aber hellwach sollten sie sein, vom ersten Ballwechsel an. Dann könnte es klappen mit dem dringend benötigten Heimsieg.  

„Aktuell schauen wir von Spiel zu Spiel und fokussieren uns nun voll auf das anstehende Heimspiel gegen Grenzau“, betont TTF-Cheftrainer Fu Yong. „Ich sehe sie mit den Neuzugang Feng deutlich stärker als in der Vorrunde. Wir werden uns bestmöglich auf dieses Spiel vorbereiten und werden mit aller Kraft versuchen, die Punkte in Ochsenhausen zu behalten.“