Jetzt wird es ganz schwer: Ersatzgeschwächte Ochsenhauser unterliegen Grenzau

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Zugbrücke Grenzau 1:3

Das Pech bleibt den TTF Liebherr Ochsenhausen in der Rückrunde weiterhin treu. Gegen den abstiegsgefährdeten TTC Zugbrücke Grenzau waren zwei Punkte fest eingeplant, mit denen das Signal zum Schlussspurt im Kampf um die Play-off-Plätze geblasen werden sollte. Am Ende musste eine bittere 1:3-Niederlage quittiert werden.

Gauzy und Kulczycki fehlten dem Team sehr, Jha mit gebrauchtem Tag gegen den Ex-Verein

Im Normalfall wären Leader Simon Gauzy und Samuel Kulczycki feste Größen in dieser Partie gewesen, doch der „Tischtennisgott“, so es denn einen gibt, hatte etwas dagegen. Beide waren verletzt beziehungsweise zu stark angeschlagen, als dass es für einen Einsatz gereicht hätte. So musste Kanak Jha gegen seinen Ex-Verein aus dem Westerwald die Führungsrolle übernehmen, eine Aufgabe, mit der er an diesem „gebrauchten“ Sonntagnachmittag überfordert war.

Seine Auftaktniederlage gegen den 21-jährigen Rumänen Cristian Pletea in vier Sätzen, von denen die letzten beiden extrem eng und umkämpft waren, war nicht gerade dazu angetan, Zuversicht und Optimismus im Team zu wecken. Ebensowenig konnte der 18-jährige Maciej Kubik gegen den erfahrenen Patrick Baum etwas reißen, gegen den er beim 0:3 trotz zweier enger Sätze ein gutes Stück von einem Erfolg entfernt blieb.

Nur Akkuzu kann überzeugen

Für das einzige TTF-Highlight vor 130 Fans in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle sorgte der 24-jährige Franzose Can Akkuzu, der in der TTBL immer besser in Tritt kommt. Akkuzu ließ sein Team und die Zuschauer für eine knappe halbe Stunde auf die Wende hoffen, nachdem er den Taiwaner Feng Yi-Hsin in vier Sätzen in die Schranken gewiesen hatte.
Doch Kanak Jha konnte im Duell der Spitzenspieler gegen Patrick Baum nicht nachlegen und unterlag mit 1:3, sodass man nach insgesamt 155 Minuten die überaus bittere Niederlage gegen zweifellos lockerer und freier aufspielende Grenzauer quittieren musste. Es war deutlich zu erkennen, dass das TTF-Team mit der Last des Gewinnenmüssens mental nicht zurechtkam. Es fehlte der Führungsspieler, der voranging und die anderen mitriss.

Chance noch vorhanden, doch dazu muss alles gewonnen werden

Das heutige Resultat bedeutet noch nicht das Ende aller Play-off-Träume und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch etwas anderes als drei Siege aus den verbleibenden drei Partien funktioniert nun nicht mehr – und selbst da wäre man auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen.

Am Mittwoch bereits gastiert man im Derby beim TTC Neu-Ulm, für den der Play-off-Zug nach der Niederlage in Saarbrücken wohl schon abgefahren ist. Am 01.04. empfängt man den Tabellenachten TSV Bad Königshofen und am 13.04. tritt man beim Neunten des Ligaklassements, SV Werder Bremen, an. Alles keine unbezwingbaren Gegner, aber starke, kompakte Mannschaften, gegen die alles passen muss, um zu gewinnen. Und gegen die der Trainer vor allem personelle Alternativen haben muss, um das taktisch günstigste Trio zu stellen. Verliert man eines dieser Spiele, ist der Traum geplatzt und dann wird man in der Saison 2022/23 wieder angreifen.

Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Es kann nur noch um die Plätze drei und vier gehen. Dritter ist momentan Fulda-Maberzell mit 24:14 Zählern, vier Punkten vor den TTF. Die Osthessen werden nur ganz schwer noch zu überholen sein. Eher vielleicht noch der derzeitige Vierte Mühlhausen, der zwei Partien weniger ausgetragen hat und mit 22:12 notiert ist. Doch auch da gilt: Drei Siege sind Pflicht, um überhaupt in der Verlosung zu bleiben. Eine wirklich schwierige Situation, doch da muss man nun durch. Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, gilt es, alles zu versuchen. Ohne Wenn und Aber. Und das werden die Jungs auch tun, demnächst hoffentlich wieder in voller Besetzung. Allein schon um zu zeigen, dass die bisherigen 6:10 Punkte aus der Rückrunde nicht das Level der TTF darstellen.

„Leider nicht gut gespielt“ …. „Heute war auch viel Pech dabei“ …. „Vielleicht kommt das Glück ja zurück“: Ochsenhauser Stimmen zum Spiel

„Ich bin sehr enttäuscht“, sagte TTF-Trainer Fu Yong. „Wir haben heute leider nicht gut gespielt. Die Jungs waren nicht so gut drauf und auch etwas müde.“ Kanak Jha lässt die Hoffnung nicht fallen: „Ich hoffe, wir können die Niederlage schnell abschütteln, schließlich haben wir schon am Mittwoch gegen Neu-Ulm das nächste wichtige Match.“

Etwas ausführlicher äußerte sich Präsident Kristijan Pejinovic. „Da hast du kein Glück und dann kommt eben noch Pech dazu“, so Pejinovic. „Ich habe heute bei uns viel Eisen gesehen, Angst und Druck, den sich die Spieler selbst gemacht haben, weil sie nicht komplett waren und wussten, dass eigentlich ein Sieg her musste. Das ist bitter, doch das ist ein Prozess, da müssen die Spieler durch. Es muss schon mal wehtun, sonst wirst du niemals große Ziele erreichen.“ Der Vereinspräsident lenkt den Blick auf die nahe Zukunft: „Auch die anderen Teams werden langsam aber sicher müde, der gestraffte Terminplan trägt auch dazu bei. Aber wir schauen erst einmal auf uns, auch wenn wir Schützenhilfe brauchen, und werden versuchen, unsere Chance zu nutzen, solange sie besteht. Die Saison ist noch drei Spiele lang, mal schauen, ob uns noch ein Wunder gelingt, wie wir es auch mal gebrauchen könnten. Heute war jedenfalls auch viel Pech dabei, vielleicht kommt das Glück ja noch zu uns zurück.“

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Zugbrücke Grenzau 1:3

Kanak Jha – Cristian Pletea 1:3 (8:11, 11:8, 12:14, 10:12)
Maciej Kubik – Patrick Baum 0:3 (5:11, 9:11, 9:11)
Can Akkuzu – Feng Yi-Hsin 3:1 (8:11, 11:9, 11:5, 11:9)
Kanak Jha – Patrick Baum 1:3 (11:8, 6:11, 4:11, 7:11)