Klare Niederlage nach mäßigem Auftritt in Saarbrücken

1. FC Saarbrücken TT – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:0

Man hatte sich viel vorgenommen nach dem toll herausgespielten 3:0-Sieg über den Post SV Mühlhausen am Dienstag, wollte den Schwung mit ins Saarland nehmen und dem Pokalsieger einen heißen Tanz liefern. Doch daraus wurde nichts. In einer vorgezogenen Partie des 15. TTBL-Spieltags kassierten die TTF Liebherr Ochsenhausen am Freitagabend beim Tabellenzweiten eine auch in dieser Höhe verdiente 0:3-Niederlage.

Nur Kulczycki mit ansprechender Leistung 

Samuel Kulczycki legte zum Auftakt noch einen sehr passablen Auftritt gegen Saarbrückens absoluten Topmann Patrick Franziska hin, ging zweimal nach Sätzen in Führung, um am Ende doch noch relativ deutlich den Kürzeren zu ziehen – ab Durchgang vier lief nicht mehr viel zusammen, da war plötzlich die Frische und Lockerheit des 19-jährigen Polen verschwunden. Nun gut, das wäre ein absoluter Bonuspunkt und ein kaum erwartetes Break gewesen, was Kulczickys Mitstreiter dann aber an den Tisch brachten – gegen allerdings immens stark aufspielende Saarbrücker – war doch etwas ernüchternd.

Dass Darko Jorgic ein Mann der erweiterten Weltklasse ist, weiß man, doch zu jener Kategorie wird Simon Gauzy allgemein ja auch gezählt. Mit 6:11, 6:11 und 7:11 gegen Jorgic unterzugehen, war schon heftig. An diesem Abend fehlten Gauzy, der fast nur reagieren konnte, die Antworten und Lösungen.

Das nachfolgende schnelle 0:3 von Kanak Jha, immerhin Nummer 28 der Welt und WM-Viertelfinalist von Houston, gegen Saarbrückens „Dreier“ Tomas Polansky war schon ziemlich niederschmetternd. Mit 4:11, 8:11, 4:11 darf sich der 21-jährige US-Boy eigentlich nicht von dem Tschechen abschlachten lassen. Doch genau so geschah es, sodass das nur aus Saarbrücker Sicht begeisternde Spektakel – die 150 Fans in der Joachim-Deckarm-Halle kamen voll auf ihre Kosten – nach eindreiviertel Stunden beendet war.

„Sie waren extrem stark“ – „Bisher eine Berg- und Talfahrt“: Ochsenhauser O-Töne

„Sie waren extrem stark“, räumte Samuel Kulczycki ein, der als einziger TTF-Akteur in Saarbrücken zu gefallen wusste. „Aber die Tabellenkonstellation ist eng, und wir werden weiterkämpfen, um am Ende in den Play-offs zu stehen.“

„Wie gewonnen, so zerronnen. Wenn wir ehrlich zu uns selber sind, haben wir das heute auch so verdient und Saarbrücken hat klar verdient gewonnen. Einziger Lichtblick war Samuel“, so das Fazit von TTF-Präsident Kristijan Pejinovic. „Klar sind wir geknickt. 0:3, 0:3, 3:0, jetzt wieder 0:3 – bisher ist es eine Berg- und Talfahrt. Ich sehe es aber auch so: Aus diesen Partien hätte ich mir eigentlich zwei Siege erhofft, nun ist es nur einer geworden. Wir sind aber immer noch einigermaßen auf Kurs. Jetzt gilt es, die nächsten Gegner zu schlagen und uns dann doch dorthin zu manövrieren, wo wir eigentlich hin wollen.“

Ausblick: Spannender Februar

Nach dem Erfolg gegen Mühlhausen hatten sich die TTF wieder näher an die Top 4 herangeschoben. Mit 16:14 Punkten bleibt man zwar als Sechster in der oberen Tabellenhälfte, könnte nun aber vom TTC Schwalbe Bergneustadt, der in Grenzau spielt, überholt werden. Die weiteren Partien des 15. Spieltags finden alle am kommenden Sonntag statt.

Sieben Punktspiele bleiben den TTF, um die Play-offs nach dem tollen Start mit 12:0 Punkten und dem mäßigen weiteren Saisonverlauf doch noch perfekt zu machen. Alles ist noch möglich, doch um noch in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen, worauf man ja eigentlich fast schon ein Abo gebucht hat, braucht es nun einfach Siege, Siege und nochmals Siege – alles andere zählt nicht. Wenn wir uns die Aufgaben im Februar anschauen, könnte es gelingen, wieder richtig in die Erfolgsspur zu gelangen: Heimspiele gegen Grünwettersbach (05.02,) und Grenzau (20.02.), Auswärtspartien in Bergneustadt (13.02.) und Neu-Ulm (23.02.), wobei letztere wirklich schon kleine Endspiele um die Play-offs werden dürften – an Spannung wird es folglich im Februar 2022 nicht mangeln.

Das Spiel in der Übersicht

Patrick Franziska – Samuel Kulczycki 3:2 (10:12, 11:9, 9:11, 11:4, 11:4)
Darko Jorgic – Simon Gauzy 3:0 (11:6, 11:6, 11:7)
Tomas Polansky – Kanak Jha 3:0 (11:4, 11:8, 11:4)