Nach mehr als fünf Wochen Pause: Schlussphase der TTBL mit erstem „Endspiel“ gegen Bad Königshofen

Freitag, 19.00 Uhr: TTF Liebherr Ochsenhausen – TSV Bad Königshofen 

Mehr als fünf Wochen liegt der letzte Einsatz der TTF Liebherr Ochsenhausen in der Tischtennis Bundesliga zurück. Am 23. Februar konnte das hoch spannende Derby beim TTC Neu-Ulm mit 3:2 gewonnen werden. Danach waren die Asse aus Oberschwaben wie viele andere Tischtennisprofis aus aller Herren Länder wochenlang im internationalen Turniereinsatz, zunächst beim WTT Grand Smash in Singapur, das alleine zwei Wochen dauerte, danach am Persischen Golf in Katar, erst beim Contender Doha, dann beim Star Contender, ebenfalls in Doha. Nun ist natürlich zu hoffen, dass die Spieler die lange Zeit in der Fremde gut, gesund und ohne Blessuren überstanden haben und sich ganz schnell wieder in Deutschland akklimatisieren, um in der Bundesliga alles abzurufen, was ihnen möglich ist.

Ein Sieg gegen den Tabellenachten ist Pflicht

Die Oberschwaben stehen aktuell mit 22:18 Zählern auf dem fünften Tabellenplatz in Europas Topliga, Bad Königshofen ist Tabellenachter mit 18:22 Punkten. In dieser ausgeglichenen Liga kann man folglich davon ausgehen, dass der Unterschied zwischen beiden Teams nicht allzu groß ist und die Tagesform den Ausschlag geben wird. Das dramatische Hinspiel Ende August 2021, also ganz zu Anfang der Saison, konnten die TTF auswärts im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld dank einer äußerst geschlossenen Mannschaftsleistung mit 3:2 gewinnen. Eine Wiederholung am Freitag, gerne auch etwas weniger spannend, wäre überaus sinnvoll und zielführend.

Es ist nämlich ein „Endspiel“ der besonders brutalen Art: Verliert man, ist alles aus, gewinnt man, erhält man lediglich die kleine Flamme der Hoffnung am Lodern. Dann und nur dann könnte man mit einem weiteren Sieg am letzten Spieltag der regulären Punktrunde beim SV Werder Bremen (13.04.) und reichlich Schützenhilfe der Konkurrenz doch noch den Einzug in die Play-offs schaffen. Konkret heißt das: Einer der beiden Rivalen Fulda und Mühlhausen müsste seine sämtlichen drei noch ausstehenden Partien verlieren. Es ist wirklich nur noch eine kleine Chance, doch wer die TTF kennt, weiß, dass es in deren DNA liegt, nichts unversucht zu lassen und nochmals alles hineinzuwerfen. Wer kämpft und alles Menschenmögliche versucht, kann verlieren, wer nicht kämpft und stattdessen vorzeitig resigniert, hat bereits verloren. Und die Schützlinge von Trainer Fu Yong werden kämpfen, vom ersten bis zum letzten Ballwechsel, so viel ist gewiss.

Ungünstig war natürlich der Ausgang der Partie zwischen Mühlhausen und Bremen am 1. März, in der den TTF ein Sieg der Norddeutschen sehr genützt hätte, doch die Thüringer gewannen das umkämpfte Match mit 3:2 und vergrößerten somit den Abstand auf Gauzy und Co. Dass Fulda seine letzte Partie in Bad Königshofen trotz enger Duelle am Ende glatt mit 3:0 gewann, war auch kein Wunschergebnis für die Ochsenhauser. Aber das ist Schnee von gestern, jetzt gilt es erst einmal seine Hausaufgaben zu machen.

TSV Bad Königshofen: Starkes Team mit den Leistungsträgern Steger und Ort

Mit dem inzwischen 41-jährigen Bastian Steger (Bilanz 12:9) kann der TSV Bad Königshofen einen Topmann mit reichlich internationaler Erfahrung aufbieten. Derzeit fast noch gefährlicher scheint aber der 25-jährige DTTB-Nationalspieler Kilian Ort (Bilanz 11:10) zu sein, der zuletzt auf internationaler Bühne mehrfach für Furore sorgte und auch ein extrem guter Doppel-Spieler ist. Nicht ganz so stark, doch auch in keinem Fall zu unterschätzen sind der 22-jährige Russe Maksim Grebnev (3:11) und der drei Jahre ältere Kroate Filip Zeljko (5:11). Hier noch die aktuellen Weltranglistenpositionen der TSV-Asse: Ort 104, Steger 140, Zeljko 194, Grebnev 341. Doch von diesen Notierungen sollte man sich nicht täuschen lassen, gerade Ort und Steger sind gemessen an ihrer Leistungsstärke deutlich unterbewertet. Zum Vergleich die Notierungen der fünf Ochsenhauser im Ranking des Weltverbandes: Simon Gauzy 20, Kanak Jha 32, Can Akkuzu 77, Samuel Kulczycki 291, Maciej Kubik 378. Doch das sind letztlich nur Zahlen und kleine Hinweise, was zählt, spielt sich am Freitagabend in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle einzig und allein am Tisch ab.

„Nach den vielen Turnieren hoffe ich zunächst einmal, dass alle Spieler wieder gesund zurück nach Ochsenhausen kommen“, so TTF-Trainer Fu Yong. „Sobald wir alle zusammen sind, werden wir uns dann gut auf das Spiel gegen Bad Königshofen vorbereiten. Um weiterhin die kleine Chance auf die Play-offs zu haben, ist ein Sieg Pflicht.“