Olympische Spiele in Tokio: Gauzy und Jha mit Duftmarken im Mannschaftsturnier

Für die Ochsenhauser Asse sind die Olympischen Spiele beendet. Der Mannschaftswettbewerb befindet sich auf der Zielgeraden, nur die beiden Partien um die Medaillen stehen noch aus. Im Finale trifft das deutsche Team am Freitag im Tokyo Metropolitan Gymnasium auf den hohen Favoriten China.

So weit haben es die TTF-Profis nicht geschafft, doch auch ihre Leistungen konnten sich sehen lassen.

Simon Gauzy überzeugend gegen die Nummer 1 der Welt

Die „Équipe Tricolore“ mit Führungsspieler Simon Gauzy kam eine Runde weiter als 2016 in Rio. Endstation war diesmal das Viertelfinale, wo sich Tischtennis-Megamacht China erwartungsgemäß als eine Nummer zu groß entpuppte. Zuvor hatte das französische Team im Achtelfinale die Auswahl Honkongs mit einem klaren 3:0 in die Schranken gewiesen. Simon Gauzy bezwang dabei den Topmann der Asiaten, Wong Chun Ting, mit 3:1 (11:5, 7:11, 14:12, 11:9). Gauzy ist übrigens in der am Dienstag veröffentlichten neuen Weltrangliste einen Platz geklettert und wird nun als Nummer 18 geführt, Wong Chun Ting ist 19. – es war in dieser Hinsicht also ein Nachbarschaftsduell. Beim 0:3 gegen die Chinesen tags darauf zeigte der TTF-Leitwolf eine feine Leistung. Sein Gegner war kein Geringerer als der Weltranglistenerste Fan Zhendong. Und es wurde ein tolles Match, bei dem zumindest drei Sätze kein Leistungsunterschied zu bemerken war. Der Top-Chinese setzte sich schließlich aber mit 3:2 (10:12, 12:10, 8:11, 11:5, 11:7) durch. Somit hat Gauzy binnen einer Woche in Tokio gegen die beiden besten Spieler der Welt jeweils nach harter Gegenwehr verloren – im Einzel-Achtelfinale war er bekanntlich mit 1:4 gegen den späteren Olympiasieger Ma Long ausgeschieden -, wobei er gegen Fan Zhendong noch ein gutes Stück näher an einem Überraschungssieg war. Ersatzmann Can Akkuzu kam in den beiden Matches der Franzosen übrigens nicht zum Einsatz.

Kanak Jha schlägt Falck

Die Mannschaft der Vereinigten Staaten mit Spitzenspieler Kanak Jha hat, wie erwartet, das Achtelfinale nicht überstanden. Gegen die favorisierten Schweden musste man eine 1:3-Niederlage quittieren. Erfreulich aus Ochsenhauser Sicht: Jha konnte in dieser Begegnung den Vizeweltmeister und aktuellen Weltranglistenneunten Mattias Falck bezwingen, den Topspieler des Bundesligarivalen Werder Bremen. Beim 3:1 (9:11, 11:8, 11:9, 14:12) zeigte der 21-jährige US-Boy deutlich ansteigende Form und Nervenstärke, auch wenn er später Düsseldorfs Schweden Kristian Karlsson (0:3) gratulieren musste.

Brasilianer mit durchwachsenen Leistungen

Das Team Brasiliens mit seinem Weltklassespieler Hugo Calderano, der auch nach seinem Wechsel zum russischen Topklub Orenburg in Ochsenhausen lebt und trainiert, war an Position sechs gesetzt. Die Truppe mit den vielen „Ochsenhausern“ – auch Gustavo Tsuboi und Vitor Ishiy gehören der Trainingsgruppe an –, besiegte im Achtelfinale erwartungsgemäß Serbien, tat sich beim 3:2 allerdings schwerer als erwartet. Dies galt auch für Calderano, der gegen seine Gegner Dimitrije Levajac und Zsolt Petö jeweils fünf Sätze zum Erfolg benötigte. Damit war man immerhin eine Runde weiter gekommen als in Rio, auch wenn das glatte 0:3 im Viertelfinale gegen Südkorea etwas ernüchterte – Calderano musste dabei eine deutliche Drei-Satz-Niederlage im Duell der Ex-TTF-Spieler gegen Jang Woojin quittieren.