Tischtennis-EM in München: Gauzy, Robles und Kulczycki ohne Medaille

Am gestrigen Sonntag gingen die 41. Tischtennis-Europameisterschaften in der Rudi-Sedlmayer-Halle in München zu Ende, bei denen nur die Individualwettbewerbe ausgetragen wurden. Das Herrenturnier endete ein wenig überraschend mit dem ersten Europameistertitel für den deutschen Nationalspieler Dang Qiu, der im Finale den Slowenen Darko Jorgic besiegte. Die beiden großen Turnierfavoriten Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov waren in dem hochkarätigen Teilnehmerfeld über das Viertelfinale nicht hinausgekommen.

Auch die drei Ochsenhauser Simon Gauzy, Alvaro Robles und Samuel Kulczycki, die sich im Vorfeld des Kontinentalturniers einiges vorgenommen hatten, konnten nicht unbedingt mit ihrer Ausbeute in München zufrieden sein.

Am besten waren noch die Auftritte von TTF-Youngster Samuel Kulczycki, eigentlich in allen drei Wettbewerben. Im Herren-Einzel hatte er sich über die Qualifikation mit drei Siegen und einer Niederlage ins Hauptfeld gespielt, wo er in der 1. Runde auf Rekordeuropameister Timo Boll traf. Mit 3:1 Sätzen und 7:3 führte der Pole und hatte den Sieg deutlich vor Augen, um letztlich doch noch mit 3:4 den Kürzeren zu ziehen. Da fehlte dem 20-Jährigen noch die nötige Cleverness und Abgeklärtheit, um sich selbst zu belohnen.

Enttäuschung bei Simon Gauzy, den man vor dem Turnier zur Riege der Mitfavoriten gezählt hatte. Bereits in seinem ersten Match zog der TTF-Leader den Kürzeren und unterlag überraschend dem jungen Belgier Adrien Rassenfosse mit 3:4. Auch Alvaro Robles war direkt ins Hauptfeld gesetzt worden, auch er scheiterte schon in Runde 1 in sieben Sätzen. Gegen den Griechen Ioannis Sgouropoulos konnte der spanische Linkshänder zwar einen 1:3-Satzrückstand wettmachen, um dann aber im Entscheidungsdurchgang doch das Nachsehen zu haben.

Im Doppel und Mixed sah es aus Ochsenhauser Perspektive insgesamt schon etwas besser aus. Pech hatte Simon Gauzy an der Seite von Emmanuel Lebesson. Gegen die Schweden Jon Persson/Anton Källberg zog man in der 1. Runde mit 2:3 den Kürzeren, wobei die letzten beiden Sätze jeweils in der Verlängerung mit 10:12 und 12:14 verloren gingen. Alvaro Robles und Ovidiu Ionescu, denen man einiges zugetraut hatte, konnten zwar ihr erstes Match gewinnen, unterlagen dann aber im Achtelfinale sehr überraschend der Kombination Milosz Redzimski (Polen)/Vladislav Ursu (Moldawien). Auch hier wusste wieder Samuel Kulczycki zu gefallen. Mit seinem Lieblingsdoppelpartner, dem in dieser Saison an Grenzau ausgeliehenen Maciej Kubik, stieß er nach drei Siegen ins Viertelfinale vor und war nicht weit von einer Medaille entfernt. Gegen Persson/Källberg konnte man einen 0:2-Satzrückstand egalisieren, verlor dann aber den Entscheidungssatz mit 8:11.

Im gemischten Doppel erreichte die spanische Linkshänder-Formation Alvaro Robles/Maria Xiao das Viertelfinale, unterlag dort aber dem slowakischen Duo Lubomir Pistej/Barbora Balazova in fünf Durchgängen. Auch für die beiden anderen Mixed-Kombinationen mit TTF-Beteiligung reichte es zwar bis ins Viertelfinale, nicht aber in die Medaillenränge. Simon Gauzy unterlag gemeinsam mit seiner 18-jährigen Landsfrau Prithika Pavade in der Runde der besten Acht den Österreichern Robert Gardos/Sofia Polcanova mit 1:3, Samuel Kulczycki mit Katarzyna Wegryzn nach drei überzeugenden Siegen den späteren Silbermedaillengewinnern Ovidiu Ionescu/Bernadette Szocs (Rumänien) in einem umkämpften Viersatz-Match.

Nun, man könnte natürlich mit Blick auf den am kommenden Sonntag bevorstehenden ersten Bundesligaauftritt der TTF Liebherr Ochsenhausen gegen Fulda-Maberzell (16 Uhr, Dr.-Hans-Liebherr-Halle) davon sprechen, dass eine missglückte Generalprobe nicht selten der Ausgangspunkt für eine gelungene Aufführung ist – ob es sich tatsächlich so verhält, werden wir am Sonntagabend wissen.