TTF in Grenzau mit souveränem Auftritt

TTC Zugbrücke Grenzau – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3 

Die TTF Liebherr Ochsenhausen hatten sich nach der unnötigen Niederlage in Grünwettersbach einiges vorgenommen für ihre Partie des 9. TTBL-Spieltags am Montagabend in Grenzau. Und genau das setzten sie auch um und zeigten sich äußerst fokussiert und kampfstark. Sie ließen den Westerwäldern beim 3:0 keine echte Chance. Jene gewannen zwar drei Sätze, dennoch hatte man als Beobachter der Partie nie den Eindruck, dass die Partie zugunsten des Gegners kippen könnte wie es noch acht Tage zuvor in Grünwettersbach passiert war.

Die Oberschwaben schoben sich durch diesen Sieg mit nun 12:6 Punkten wieder auf den zweiten Tabellenplatz vor und führen eine Gruppe von drei punktgleichen Mannschaften an, die – hinter dem unangefochtenen Ligaprimus Düsseldorf – derzeit die besten Chancen auf die Play-off-Teilnahme besitzen. Neu-Ulm und Saarbrücken, am kommenden Freitag im Saarland der nächste Gegner der TTF, zählen noch zu dem Trio.

Kulczycki fokussiert, Togami mit „Killer-Rückhand“, Akkuzus „Big Fight“

Vor der spärlichen Kulisse von 120 Besuchern kam es gleich zu Anfang zu dem brisanten Duell zwischen den jungen Polen Maciej Kubik und Samuel Kulczycki, die befreundet sind und seit Jahren sehr erfolgreich zusammen Doppel spielen, so auch weiterhin auf internationaler Ebene. Kulczycki zeigte sich äußerst professionell, er fightete und spielte bissig, dabei konnte er ausblenden, das sein Lieblings-Trainingspartner auf der anderen Seite des Tisches stand. Seinem Gegner, in dieser Saison von den TTF an Grenzau ausgeliehen, gelang das nicht so gut. Zwar sicherte sich Kubik den engen zweiten Durchgang, doch die anderen Sätze gingen allesamt an Kulczycki, teilweise sogar sehr deutlich.

1:0 für die TTF, würde nun der 21-jährige Top-Japaner Shunsuke Togami  bei seinem zweiten Punktspieleinsatz nachlegen können – in Grünwettersbach hatte der Weltranglisten-46.  zwar 1:1 gespielt, doch dabei noch reichlich Nervosität gezeigt. In Grenzau wirkte er aber äußerst souverän und deklassierte den sonst so starken Taiwaner Feng Yi-Hsin beim 11:8, 11:4, 11:4 nahezu. Feng, der wie Kubik gerade erst von der Jugend-WM in Tunis zurückgekehrt war, die den beiden insgesamt dreimal Edelmetall bescherte, fand einfach kein Rezept gegen die „Killer-Rückhand“ des Ochsenhausers, der damit immer wieder punktete. „Ich war auch heute zu Anfang nervös“, bekundete Togami nach der Partie. „Doch ich habe dann gut in mein Spiel hineingefunden und konnte meine beste Waffe, die Rückhand, immer wieder einsetzen. Das war nach meinem Gefühl schon recht gut, wie ich heute gespielt habe, aber 100 Prozent waren es noch nicht, vielleicht aber 90.“

2:0 zur Pause, konnte da noch etwas anbrennen? Man war im Ochsenhauser Lager gewarnt vom Grünwettersbach-Spiel und wollte den Tag nicht vor dem Abend loben und das Spiel gedanklich abhaken, bevor es überhaupt beendet war. Und in der Tat entwickelte sich ein sehr enges, umkämpftes Match zwischen Patrick Baum und Can Akkuzu, die sich nichts schenkten und auf Augenhöhe agierten. Zwar gewann der Franzose den ersten Satz in der Verlängerung, musste aber die nächsten beiden Durchgänge dem 35-jährigen Linkshänder aus Worms überlassen. Akkuzu blieb aber dran und sicherte sich die Sätze vier und fünf, sodass der glatte und hochverdiente TTF-Erfolg im Westerwald in trockenen Tüchern war.

„Das war sensationell“ – Ochsenhauser Stimmen zum Spiel

„Wir hatten vorher mit einem schweren Spiel und einem starken Gegner gerechnet und so war es dann ja auch“, meinte ein strahlender Akkuzu. „Es war schon ein harter Fight. Umso mehr freue ich mich, dass wir heute die Punkte mitgenommen haben und ich auch etwas dazu beitragen konnte. Samuel und Shunsuke haben wirklich sehr gut gespielt. Wenn wir diese Form nach Saarbrücken mitnehmen, ist auch da etwas für uns drin.“

Cheftrainer Fu Yong war sehr zufrieden mit dem, was er gesehen hatte: „Das war sensationell, alle drei Jungs haben heute top gespielt. Wir haben uns das aber auch durch besonders hartes, intensives Training in der letzten Woche erarbeitet. Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir in Saarbrücken an die heutige Leistung anknüpfen können.“

„Ein 3:0 ist eben ein 3:0“, so TTF-Präsident Kristijan Pejinovic, der damit zum Ausdruck brachte, dass das Ergebnis für sich spreche. „Heute hat es sich wieder als Vorteil erwiesen, dass wir sechs Spieler im Kader haben. Und unsere „B-Mannschaft“ hat gezeigt, dass sie eben keine „B-Mannschaft“ ist und den anderen in nichts nachsteht, was mich besonders gefreut hat.“

TTC Zugbrücke Grenzau – TTF Liebherr Ochsenhausen 0:3 Maciej Kubik – Samuel Kulczycki 1:3 (8:11, 13:11, 2:11, 6:11)
Yi-Hsin Feng – Shunsuke Togami 0:3 (8:11, 4:11, 4:11)
Patrick Baum – Can Akkuzu 2:3 (11:13, 11:8, 11:8, 6:11, 9:11)

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