TTF peilen Sieg in Bad Homburg an

Freitag, 19.00 Uhr: TTC OE Bad Homburg – TTF Liebherr Ochsenhausen

Nach dem Sieg gegen Grünwettersbach besitzen die TTF Liebherr Ochsenhausen wieder gute Chancen auf das Erreichen der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft. Zwar steht man momentan nur auf dem fünften Tabellenplatz, ist aber punktgleich mit dem Vierten Fulda. Allerdings liegt auch der Sechste des Ligaklassements, TTC Schwalbe Bergneustadt, fast gleichauf mit den Oberschwaben und hat lediglich, bei einer weniger ausgetragenen Partie, zwei Pluspunkte weniger auf dem Konto. Und in Bergneustadt müssen die TTF am kommenden Sonntag ihre Visitenkarte abgeben.

Guter Start in richtungsweisendes Wochenende erwünscht

Doch nun gilt es, erst einmal gut in das richtungsweisende Tischtennis-Wochenende hineinzukommen, auch um mit einem psychologisch wichtigen Erfolgserlebnis die Weiterreise ins Bergische Land antreten zu können. Und dazu muss am Freitagabend bei Schlusslicht TTC OE Bad Homburg ein Sieg her, alles andere wäre eine herbe Enttäuschung. Die Kurstädter aus Hessen haben nur vier Punkte auf der Habenseite und es sieht so aus, als würde ihnen diesmal der Klassenerhalt nicht gelingen, der schon in der Vorsaison lediglich glückte, weil die Saison in den 2. Ligen abgebrochen wurde und es somit keinen Aufsteiger gab.

Bad Homburg bisher mit reichlich Pech

Das heißt aber nicht, dass die Bad Homburger eine „Trümmertruppe“ wären, sie hatten nämlich mehrfach Pech mit ihren Aufstellungen, da immer wieder Leistungsträger in wichtigen Partien fehlten, weil sie Corona-bedingt in Quarantäne festsaßen oder verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden konnten. In den letzten Partien war der TTC OE diesbezüglich wieder arg gebeutelt und musste sogar mit Ersatzspielern aus der Oberliga antreten.

Im Hinspiel machten sie den TTF schwer zu schaffen. Fast dreieinhalb Stunden hatten man am 31.10. Schwerstarbeit zu verrichten, bis der hauchdünne 3:2-Erfolg feststand. Samuel Kulczycki und Maciej Kubik gewannen das abschließende Doppel gegen Sipos/Meissner mit 13:11 im Entscheidungssatz. Und da hatte der Tabellenletzte nicht einmal seinen mit Abstand besten Mann, den 21-jährigen Japaner Yuta Tanaka (Weltrangliste Platz 120), dabei.

TTC OE-Kader durchaus mit Potenzial

Tanaka erspielte in der Vorrunde eine 7:3-Bilanz und hat gutes bis sehr gutes TTBL-Niveau..Der als Leitwolf verpflichtete 34-jährige Tscheche Lubomir Jancarik (Weltrangliste Platz 80), konnte mit seiner 3:10-Bilanz dagegen die Erwartungen bisher nicht wirklich erfüllen. Zuletzt fehlte er verletzungsbedingt. Auch der 21-jährige Rares Sipos (WRL Platz 159), U21-Vize-Europameister, hat noch deutlich Luft nach oben, immerhin gewinnt er aber bisweilen auch schon wichtige Matches (Bilanz 5:10). Mit Siegen über Wang Xi (Grünwettersbach) und Alexandre Cassin (Fulda) hat der aggressiv angreifende Rumäne sein großes Potenzial bereits angedeutet. Noch ohne Erfolgserlebnis im TTC OE-Dress sind dagegen die beiden 21-jährigen deutschen Talente Cedric Meissner (0:7) und Benno Oehme (0:6) aus dem U23-Anschlusskader des DTTB. Doch auch bei ihnen könnte noch der Knoten platzen, wobei Meissner derzeit von der spielerischen Entwicklung her weiter zu sein scheint als Oehme.

Auch im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach werden die TTF den Kampf aufnehmen müssen, ein Selbstläufer wird es nicht werden, egal wer beim Gastgeber an den Tisch gehen kann. Aber das knappe Hinspielergebnis war vielleicht auch dafür gut, den in der Rückrunde erst zweimal überzeugenden Schützlingen von Fu Yong, die beim 3:0 gegen Mühlausen und eben beim 3:1 über Grünwettersbach zu gefallen wussten, klar vor Augen zu führen, dass man auch diesen Gegner um keinen Preis auf die leichte Schulter nehmen darf.

„Nicht auf die Tabelle schauen“ / „Wir sind alle positiv gestimmt“

„Wir dürfen beim Spiel gegen Bad Homburg nicht auf die Tabelle schauen, sondern wollen uns ganz auf unsere Leistung konzentrieren“, sagt denn auch Cheftrainer Fu. „Alle Jungs haben diese Woche sehr gut trainiert, wir fahren mit Selbstvertrauen nach Bad Homburg.“

Auch Kristijan Pejinovic hat den heißen Tanz im Vorrundenspiel noch in Erinnerung: „Beim Hinspiel, das wir ohne Simon bestritten haben, hatten wir bis zum letzten Ball gut zu kämpfen. Wir haben uns damals wirklich schwergetan.“ Der TTF-Präsident sagt ferner: „Auch wenn Bad Homburg auf dem Papier ein leichterer Gegner ist und egal, wer gegen uns aufläuft, wir müssen auf uns schauen und unsere Leistung bringen. Wir sind alle positiv gestimmt, alle sind fit und unverletzt. Maciej Kubik hat zuletzt beim WTT Youth Contender gut gespielt, Kanak Jha zeigt ansteigende Form, wir freuen uns auf die beiden Spiele, auch wenn zwei Partien in drei Tagen nie zu unterschätzen sind und einiges auf uns zukommt.“ Pejinovic betont abschließend nochmals: „Es geht jetzt für uns um sehr wichtige, richtungsweisende Spiele und es wird eine sehr anstrengendes Restwoche für uns werden. Wir haben uns sehr gut vorbereitet. Der Sieg und die gute Leistung gegen Grünwettersbach waren wichtig für die Jungs, um mit breiterem Kreuz die Reise anzutreten.“