Wenn am Sonntag, den 4. Januar 2026, die ratiopharm arena in Neu-Ulm ihre Tore öffnet, rückt der deutsche Tischtennis-Pokal wieder in den Mittelpunkt. Beim Liebherr-Final-Four kämpfen vier Mannschaften um den ersten Titel der laufenden Saison – und mittendrin erneut die TTF Liebherr Ochsenhausen. Für die Oberschwaben als Lokalmatador und Titelverteidiger ist es bereits die vierte Teilnahme in Folge, auch wenn die Vorzeichen in diesem Jahr andere sind. Ab 11 Uhr werden parallel die beiden Halbfinals ausgetragen, im Anschluss folgt das Endspiel. Die Halle ist bereits restlos ausverkauft, womit 5.200 Zuschauer erwartet werden.

TTF gehen mit Rückenwind, aber als Außenseiter ins Liebherr-Final-Four

Sportlich reisen die TTF mit einem positiven Gesamtgefühl nach Neu-Ulm. Mit 14:8 Punkten überwinterte das Team von Trainer Bogdan Pugna auf dem vierten Tabellenplatz der Tischtennis-Bundesliga und bestätigte damit einen stabilen, in Teilen sogar über den Erwartungen liegenden Saisonverlauf. Aus den letzten sieben Pflichtspielen konnten die Ochsenhauser sechs Siege einfahren, darunter der erfolgreiche Jahresabschluss im Derby gegen Grünwettersbach. Die Pokalerfolge gegen Werder Bremen (3:1) und den Post SV Mühlhausen (3:2) ebneten den Weg ins Liebherr-Final-Four.

Prägend für diese Entwicklung ist unter anderem Shunsuke Togami. Der japanische Spitzenspieler gehört mit einer liga- und pokalübergreifenden Bilanz von 15:1 zu den konstantesten Akteuren der gesamten Liga und trug mit vier Siegen maßgeblich zum erneuten Final-Four-Einzug bei. Gleichzeitig betont das Team intern immer wieder den Wert der mannschaftlichen Geschlossenheit und die kontinuierliche Entwicklung nach dem personellen Umbruch im Sommer.

Auch abseits der Spitzenposition präsentiert sich die Mannschaft ausgewogen: Andreas Levenko überzeugt mit Stabilität und mentaler Reife, Iulian Chirita tritt in seiner ersten Bundesligasaison bemerkenswert konstant auf, während Tiago Abiodun trotz seines jungen Alters bereits wichtige Punkte beisteuern konnte. Leonardo Iizuka komplettiert den Kader und sorgt für zusätzliche Optionen. Entscheidend vor dem Großereignis: Trainer Bogdan Pugna kann auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Saarbrücken als Maßstab: Starensemble und Topfavorit

Im Halbfinale wartet auf die TTF jedoch die wohl höchste Hürde des Turniers. Der 1. FC Saarbrücken TT geht als klarer Favorit in das Liebherr-Final-Four und gilt ligaübergreifend als das Maß aller Dinge. In der Bundesliga stehen die Saarländer mit 16:6 Punkten auf Rang zwei, im Pokal setzten sie sich souverän gegen Borussia Dortmund (3:0) sowie in einem engen Viertelfinale gegen Zweitligist Velbert (3:2) durch.

Die außergewöhnliche Qualität des Kaders ist unbestritten. Mit Fan Zhendong verpflichtete Saarbrücken vor der Saison einen der größten Namen des Welttischtennis. Der ehemalige Weltranglistenerste und frischgebackene chinesische Meister sorgt seit seinem Wechsel nach Deutschland international für Aufmerksamkeit und wird auch beim Final-Four im Fokus stehen. An seiner Seite agieren mit Patrick Franziska, einem der bekanntesten deutschen Nationalspieler, und Darko Jorgic, der in der Liga bislang ungeschlagen ist, zwei weitere absolute Weltklassespieler. Ergänzt wird das Ensemble durch Abwehrspezialist Yuto Muramatsu sowie die jungen Profis Eduard Ionescu und Cedric Meissner. Trainer Wang Zhi verfügt damit über enorme Variabilität und Tiefe.

Neuauflage mit neuen Vorzeichen

Das Halbfinale ist zugleich die Neuauflage des Pokalendspiels von 2025, das die TTF für sich entscheiden konnten. Die Rollen sind dieses Mal jedoch anders verteilt. Saarbrücken geht als Favorit ins Rennen, Ochsenhausen als Herausforderer. Entsprechend liegt der Fokus bei den TTF weniger auf der Favoritenfrage als vielmehr auf der eigenen Leistung, einer mutigen Spielanlage und der Fähigkeit, enge Situationen anzunehmen. Gerade im Pokalformat mit nur einem Spiel entscheiden Tagesform, Nervenstärke und der Umgang mit der großen Kulisse häufig über Sieg oder Niederlage. Als geografischer Nachbar und regelmäßiger Gast in Neu-Ulm hoffen die TTF zudem auf spürbare Unterstützung von den Rängen.

TTF-Stimmen vor dem Halbfinale

Trainer Bogdan Pugna blickt mit Respekt, aber auch Zuversicht auf das Duell: „Das Liebherr-Final-Four ist für uns eine große Bühne und eine Belohnung für die Arbeit der vergangenen Monate. Wir wissen, wie stark Saarbrücken ist und dass sie als Favorit ins Turnier gehen. Trotzdem fahren wir nicht nach Neu-Ulm, um nur dabei zu sein. Wenn wir als Team geschlossen auftreten, mutig spielen und unsere Chancen konsequent nutzen, dann ist in einem Pokalspiel vieles möglich.“

Shunsuke Togami ergänzt: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, erneut beim Liebherr-Final-Four dabei zu sein. Wir wissen, dass Saarbrücken der Favorit ist, aber Tischtennis ist ein Sport, in dem an einem Tag sehr viel passieren kann. Entscheidend wird sein, dass wir ruhig bleiben, an unsere Vorbereitung glauben und als Team zusammenstehen. Dann haben wir die Chance, die Überraschung zu schaffen.“

Zweites Halbfinale und Turnierausblick

Im parallel ausgetragenen zweiten Halbfinale treffen der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell und der TTC OE Bad Homburg aufeinander. Beide Teams haben sich ihren Platz bei diesem Event mit starken Leistungen verdient, sodass auch dort ein offenes und intensives Duell erwartet wird. Der Sieger dieses Spiels steht im Anschluss dem Gewinner des ersten Halbfinals im Finale gegenüber.

Übertragung

Alle drei Partien des Liebherr-Final-Four 2026 werden live und in voller Länge auf Dyn Sports übertragen. Darüber hinaus stehen im Anschluss Re-Lives sowie umfangreiche Highlight-Formate auf der Plattform zur Verfügung.

Das Liebherr Pokal-Finale am 4. Januar 2026 in der Übersicht

Halbfinals, ab 11 Uhr

TTF Liebherr Ochsenhausen – 1. FC Saarbrücken TT
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC OE Bad Homburg

Finale, im Anschluss

Sieger Halbfinale 1 – Sieger Halbfinale 2