Große Bühne, starke Kulisse, hochklassiger Tischtennissport: Das Liebherr-Final-Four 2026 in der ratiopharm arena Neu-Ulm bot beste Werbung für den deutschen Pokalwettbewerb. 5.200 Zuschauer sorgten bereits am Sonntagvormittag für eine stimmungsvolle und ausverkaufte Arena, in der parallel die beiden Halbfinals ausgetragen wurden. Für die TTF Liebherr Ochsenhausen endete die Hoffnung auf eine erneute Pokal-Überraschung dort gegen den Topfavoriten 1. FC Saarbrücken TT, der sich mit 3:1 durchsetzte und später auch den Titel gewann.

Keine taktischen Überraschungen im Halbfinale

Wie erwartet verzichteten beide Trainer in diesem KO-Duell auf taktische Überraschungen. TTF-Coach Bogdan Pugna schickte Shunsuke Togami, Tiago Abiodun und Iulian Chirita an den Tisch, während Andreas Levenko und Leonardo Iizuka als Alternativen bereitstanden.

Saarbrückens Trainer Wang Qi setzte auf sein Star-Trio mit Fan Zhendong, Darko Jorgic und Patrick Franziska.

Die Rollen waren im Vorfeld klar verteilt: Saarbrücken als Favorit, Ochsenhausen als Herausforderer – allerdings mit dem Selbstvertrauen einer starken Vorrunde und dem Rückenwind aus dem erneuten Final-Four-Einzug.

Togami setzt das erste Ausrufezeichen


Den Auftakt gestaltete Shunsuke Togami eindrucksvoll. Gegen Darko Jorgic, der bis dato in der Liga ungeschlagen war, zeigte der Japaner eine starke Leistung. Nach einem ausgeglichenen Beginn im ersten Satz steigerte sich Togami kontinuierlich, drehte im zweiten Durchgang einen Rückstand und dominierte den dritten Satz klar. Der 3:0-Erfolg brachte die TTF früh in Führung und sorgte für spürbare Euphorie im Fanblock.

Abiodun fordert den Superstar


Im zweiten Einzel stand Tiago Abiodun vor der wohl größten Aufgabe seiner jungen Karriere. Gegen Fan Zhendong, den prominentesten Spieler des Turniers, war der 17-Jährige klarer Außenseiter – hielt jedoch beeindruckend dagegen. Nach einem schwierigen Start steigerte sich Abiodun deutlich, führte im zweiten Satz lange und belohnte sich im dritten Durchgang mit mutigem Spiel und einem Satzgewinn. Erst im vierten Satz setzte sich die Klasse des chinesischen Olympiasiegers durch. Der verdiente Ausgleich für Saarbrücken änderte jedoch nichts daran, dass Abiodun viel Anerkennung für seinen Auftritt erhielt.

Franziska dreht das Momentum


Das dritte Einzel zwischen Iulian Chirita und Patrick Franziska entwickelte sich zum Schlüsselspiel. Chirita erwischte den besseren Start und sicherte sich den ersten Satz, doch Franziska stellte sich zunehmend besser auf das Spiel des jungen Rumänen ein. Mit wachsender Dominanz und druckvoller Rückhand entschied der Nationalspieler die folgenden drei Sätze für sich und brachte Saarbrücken erstmals in Führung.

Fan Zhendong macht den Deckel drauf


Im abschließenden Duell der Spitzenspieler trafen Shunsuke Togami und Fan Zhendong aufeinander. Der erste Satz ging nach engem Verlauf an Togami, der auch danach mutig agierte. Doch mit zunehmender Spieldauer übernahm Fan Zhendong mehr und mehr die Kontrolle. Der Chinese erhöhte konstant das Tempo, ließ kaum noch Chancen zu und sicherte Saarbrücken mit einem 3:1-Erfolg den Finaleinzug.

TTF scheiden mit erhobenem Hauptes aus

Die TTF Liebherr Ochsenhausen hielten als Außenseiter lange dagegen, gingen sogar in Führung und zeigten in allen Einzeln engagierte Leistungen. Saarbrücken steigerte sich im Verlauf der Partie und zog am Ende verdient ins Finale ein, vor allem getragen von einem überragenden Fan Zhendong und einem stabilen Patrick Franziska. Auch wenn die erhoffte Überraschung ausblieb, unterstrich der Auftritt die positive Entwicklung der jungen und neu formierten Mannschaft.


„Wir haben gegen ein extrem starkes Team gespielt, das ausschließlich mit Weltklassespielern besetzt ist. Uns war im Vorhinein klar, dass es eine sehr schwere Aufgabe wird. Trotzdem haben wir unser Bestes gegeben und immer an uns geglaubt.“ so TTF-Spieler Iulian Chirita, der weiter ausführt: „Als Team können wir stolz auf unsere Leistung sein, auch wenn ich persönlich mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden bin. Für uns als junge Mannschaft war es eine tolle Erfahrung, vor so einer Kulisse zu spielen. Ein großes Dankeschön geht an unsere Fans für den großartigen Support.“

Im zweiten Halbfinale setzte sich der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell mit 3:2 gegen den TTC OE Bad Homburg durch, ehe Saarbrücken im Finale mit einem 3:1-Erfolg den Pokaltitel gewann.

Hinweis: Alle Partien des Liebherr-Final-Four sind als Re-Live bei Dyn Sports abrufbar.

Das einzelnen Ergebnisse im Überblick

Halbfinale vs. Saarbrücken

Shunsuke Togami – Darko Jorgic 3:0 (11:8, 11:9, 11:1)
Tiago Abiodun – Fan Zhendong 1:3 (5:11, 9:11, 13:11, 5:11)
Iulian Chirita – Patrick Franziska 1:3 (11:6, 8:11, 8:11, 4:11)
Shunsuke Togami – Fan Zhendong 1:3 (12:10, 8:11, 6:11, 5:11)

Ausblick

Für die TTF richtet sich der Fokus nun wieder auf die Bundesliga: Am 14. Januar steht der Rückrundenauftakt auswärts in Grenzau an, ehe am 18. Januar das nächste Heimspiel gegen Bergneustadt (Spielbeginn: 14Uhr) in der Dr.-Hans-Liebherr-Sporthalle folgt. Tickets hierzu gibt es im Ticketshop der TTF (www.ttfo.de/tickets).