Düsseldorf bezwungen, Fulda im Viertelfinale knapp unterlegen

Was für ein Pokalwochenende in Nürnberg: Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben beim erstmals ausgetragenen Leapmotor Pokal Grand Opening zunächst für eine große Überraschung gesorgt und Borussia Düsseldorf im Achtelfinale mit 3:1 bezwungen. Einen Tag später endete der Wettbewerb für die Oberschwaben im Viertelfinale. Gegen den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell musste sich die Mannschaft nach einem erneut engen Duell mit 2:3 geschlagen geben. Damit verpassten die TTF erstmals seit vier Jahren die Qualifikation für das Liebherr Pokal Final-Four.

Neues Pokalformat mit zwei K.-o.-Runden

Das Grand Opening in der Kia Metropol Arena war die Premiere des neuen Pokalformats. Am Samstag wurden alle Achtelfinals ausgetragen, am Sonntag folgten die Viertelfinals. Für die TTF begann das Wochenende direkt mit einem der schwerstmöglichen Gegner.

Bogdan Pugna setzte gegen Borussia Düsseldorf auf Shunsuke Togami, Darius Movileanu und Iulian Chirita. Tiago Abiodun nahm zunächst auf der Bank Platz. Düsseldorf trat mit Fan Zhendong, Anton Källberg und Dang Qiu in seiner bestmöglichen Besetzung an.

Sensation gegen Düsseldorf

Die TTF erwischten einen Start nach Maß. Shunsuke Togami bezwang Anton Källberg klar mit 3:0 und zeigte sich damit gut erholt von seiner ersten Saisonniederlage in der Bundesliga.

Darius Movileanu musste anschließend gegen Fan Zhendong antreten. Der Neuzugang zeigte sich vor den zahlreichen chinesischen Zuschauern unbeeindruckt und hielt mit mutigem Spiel dagegen. Nach dem 4:11 im ersten Satz holte er sich den zweiten Durchgang mit 13:11. Für den Sieg reichte es gegen den Superstar allerdings noch nicht.

Damit lag es an Iulian Chirita, die Führung zurückzuholen. Gegen Dang Qiu entwickelte sich ein hochklassiges Spiel, in dem beide immer wieder die Initiative übernahmen. Im fünften Satz behielt Chirita mit 11:8 die Oberhand.

Nun stand Togami erneut am Tisch – diesmal gegen Fan Zhendong. Nach einer 2:0-Führung kämpfte sich der Chinese zurück, doch der Japaner blieb auch in der entscheidenden Phase ruhig und gewann den fünften Satz mit 13:11. Damit war die Überraschung perfekt: Die TTF bezwangen den klar favorisierten Rekordmeister mit 3:1 und zogen ins Viertelfinale ein.

Fulda setzt sich im Viertelfinale durch

Am Sonntag wartete mit dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Fulda war im Vergleich zum Achtelfinalerfolg gegen den Zweitligisten vom SV Union Velbert (3:1) mit einer veränderten Formation angetreten und setzte auf Ruwen Filus, Jonathan Groth und Dimitrij Ovtcharov. Bei den TTF rückte Tiago Abiodun für Darius Movileanu ins Team und ging an Position zwei an den Tisch.

Wie schon am Vortag sorgte Togami für den ersten Punkt. Gegen Jonathan Groth setzte er sich mit 3:0 durch. Anschließend musste sich Abiodun gegen den erfahrenen Abwehrspieler Ruwen Filus mit 1:3 geschlagen geben, nachdem er lange gut mithalten konnte.

Im dritten Einzel brachte Dimitrij Ovtcharov Fulda erstmals in Führung. Iulian Chirita gewann zwar den ersten Satz gegen den deutschen Nationalspieler, anschließend übernahm Ovtcharov jedoch zunehmend die Kontrolle.

Togami brachte die TTF mit einem weiteren 3:0 gegen Filus noch einmal zurück. Im Schlussdoppel lief für Chirita und Abiodun gegen Groth und Ovtcharov dann allerdings wenig zusammen. Mit 0:3 sicherte sich Fulda den entscheidenden Punkt und zog ins Halbfinale ein.

Pejinovic: „Der Stolz über das Erreichte überwiegt“

TTF-Präsident Kristijan Pejinovic sprach nach dem Ausscheiden zunächst von einer bitteren Niederlage: „Sehr bitteres Ausscheiden, das schmerzt natürlich. Glückwunsch an Fulda, die heute cleverer und taktisch gut vorbereitet waren. Heute waren sie die bessere Mannschaft. Uns hat etwas die Spannung gefehlt, ausgenommen Togami, der noch dagegenhalten konnte. Der gestrige Tag hat viel Energie gekostet, aber so ist das Lehrgeld.“

Trotz der Enttäuschung überwiegt bei Pejinovic der Blick auf das Erreichte: „Wir müssen deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir haben unsere Qualität aufblitzen lassen, und ich bin stolz auf das Team. Vor dem Event hätte wahrscheinlich niemand unbedingt auf uns als Viertelfinalisten gesetzt.“

Auch die Leistung von Shunsuke Togami hob der TTF-Präsident hervor: „Chapeau an Shunsuke. Er hat das Team an diesem Wochenende getragen. Es macht uns stolz, ihn an unserer Seite zu haben. Daran können und müssen sich die anderen orientieren.“

Mit etwas Abstand ordnet Pejinovic das gesamte Wochenende ein: „So ist der Sport, so ist Tischtennis – Freud und Leid liegen eng beieinander. Gestern lag das Glück auch etwas mehr auf unserer Seite, was wir gegen einen so starken Gegner auch gebraucht haben. Heute war es leider nicht auf unserer Seite. Trotzdem können alle sehr stolz auf das Erreichte sein. Die Niederlage gehört zu unserem Prozess. Jetzt gilt der Fokus wieder der Liga.“

Ein besonderer Dank ging zudem an die mitgereisten Fans: „Ich möchte mich auch bei unseren Fans bedanken, die uns an beiden Tagen hier in Nürnberg lautstark unterstützt haben. Es war toll zu sehen, wie viele aus Ochsenhausen angereist sind.“

Auch das Premierenwochenende selbst hinterließ bei Pejinovic einen positiven Eindruck: „Ein großes Kompliment an Nico Stehle und sein gesamtes Team für die gelungene Veranstaltung. Das war ein tolles Event in einer tollen Halle mit vielen guten Spielen. Für die Premiere war das ein sehr gelungener Rahmen.“

Die einzelnen Spiele im Überblick

Achtelfinale: Borussia Düsseldorf – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3

Shunsuke Togami – Anton Källberg 3:0 (11:8, 11:8, 11:6)

Darius Movileanu – Fan Zhendong 1:3 (4:11, 13:11, 8:11, 2:11)

Iulian Chirita – Dang Qiu 3:2 (13:11, 11:13, 11:9, 8:11, 11:8)

Shunsuke Togami – Fan Zhendong 3:2 (11:3, 11:8, 8:11, 9:11, 13:11)

Viertelfinale: TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3

Shunsuke Togami – Jonathan Groth 3:0 (11:5, 12:10, 12:10)

Tiago Abiodun – Ruwen Filus 1:3 (10:12, 11:9, 7:11, 4:11)

Iulian Chirita – Dimitrij Ovtcharov 1:3 (11:7, 8:11, 3:11, 8:11)

Shunsuke Togami – Ruwen Filus 3:0 (11:5, 12:10, 11:4)

Iulian Chirita / Tiago Abiodun – Jonathan Groth / Dimitrij Ovtcharov 0:3 (7:11, 8:11, 6:11)

Das Re-Live der beiden Pokalpartien sowie aller weiteren Spiele des Grand Openings ist bei Dyn Sports verfügbar.

Blick nach vorne

Nach dem Pokalwochenende richtet sich der Blick wieder auf die Bundesliga. Dort stehen die TTF nach drei Spieltagen mit 6:0 Punkten weiterhin ungeschlagen da. Am Sonntag, 6. September, geht es auswärts beim TSV Bad Königshofen weiter. Das nächste Heimspiel folgt am 20. September um 15:00 Uhr gegen den 1. FC Saarbrücken TT. Tickets sind unter www.ttfo.de/tickets erhältlich.