TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 1:3
Zum Abschluss der TTBL-Saison 2025/26 haben die TTF Liebherr Ochsenhausen am Sonntagmittag vor heimischem Publikum noch einmal einen leidenschaftlichen Auftritt hingelegt, mussten sich jedoch dem Tabellenführer Borussia Düsseldorf mit 1:3 geschlagen geben. Vor 480 Zuschauern in der nahezu ausverkauften Dr. Hans-Liebherr-Sporthalle lieferten die Oberschwaben dem Spitzenreiter einen intensiven Kampf, konnten sich für ihren Aufwand jedoch nicht mit einem Sieg belohnen.
Ochsenhausen erneut mit kleinem Kader – Düsseldorf rotiert
Wie bereits in den vergangenen Wochen musste TTF-Cheftrainer Bogdan Pugna erneut improvisieren. Ohne den verletzten Shunsuke Togami setzte Ochsenhausen auf Iulian Chirita, Leonardo Iizuka und Andreas Levenko. Tiago Abiodun kehrte zwar nach Verletzungspause in den Kader zurück, war jedoch noch keine Option für einen Einsatz.
Borussia Düsseldorf reiste hingegen ohne seine Topspieler Dang Qiu und Anton Källberg an. Trainer Danny Heister nutzte die bereits gesicherte Tabellenführung, um zu rotieren, und stellte Yongyin Li, Kanak Jha und Borgar Haug auf.
Intensiver Schlagabtausch mit dem besseren Ende für die Gäste
Zum Auftakt entwickelte sich zwischen Iulian Chirita und Kanak Jha direkt ein Duell auf hohem Niveau. Der Ochsenhausener hielt gut dagegen, musste sich jedoch in drei umkämpften Sätzen geschlagen geben. Vor allem in den entscheidenden Momenten agierte der US-Amerikaner abgeklärter und sicherte Düsseldorf die frühe Führung.
Doch die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten: Leonardo Iizuka sorgte gegen Yongyin Li für den Ausgleich. In einer von Taktik und Aufschlag-Rückschlag geprägten Partie bewies der Brasilianer im Entscheidungssatz die besseren Nerven und brachte die TTF zurück ins Spiel.
Im dritten Einzel rückte Andreas Levenko in den Fokus, der sein letztes Spiel im Trikot der Ochsenhausener absolvierte. Gegen Borgar Haug entwickelte sich zunächst ein offenes Match, doch mit zunehmender Dauer übernahm der Norweger die Kontrolle. Levenko kämpfte um jeden Ballwechsel, konnte die erneute Führung der Gäste jedoch nicht verhindern.
Damit lag die Entscheidung im zweiten Einzel von Chirita gegen Li. Der Rumäne startete stark, ließ jedoch in den ersten beiden Sätzen mehrere Satzbälle ungenutzt und geriet dadurch entscheidend in Rückstand. Zwar verkürzte er nach einem souveränen dritten Durchgang, doch die Wende blieb aus. Li nutzte seine Chancen konsequent und machte den Auswärtssieg für Düsseldorf perfekt.
Platz sechs Abschluss einer insgesamt positiven Saison
Trotz der Niederlage zeigten die TTF über weite Strecken eine engagierte Leistung und boten dem Favoriten Paroli. Letztlich waren es Nuancen im Aufschlag-Rückschlag-Spiel sowie die größere Effizienz der Gäste, die den Ausschlag gaben.
In der Abschlusstabelle rutschen die Ochsenhausener noch auf Rang sechs ab und beenden die Saison mit 20:24 Punkten. Nach dem Umbruch im Sommer kann das Team dennoch ein positives Fazit ziehen und hat sein Saisonziel erreicht. Düsseldorf baut seine Bilanz auf 38:6 Punkte aus und trifft im Halbfinale des TTBL Liebherr Final Four auf den TTC Schwalbe Bergneustadt.
Stimmen zum Spiel
Im Anschluss an die Partie standen neben der sportlichen Einordnung vor allem auch persönliche und emotionale Momente im Mittelpunkt – allen voran der Abschied von Andreas Levenko.
Der Österreicher hätte sich für seinen letzten Auftritt im TTF-Trikot ein anderes Ergebnis gewünscht, ordnete das Spiel jedoch realistisch ein: „Ich hätte mein letztes Spiel natürlich gerne vor diesen tollen Zuschauern gewonnen. Im heutigen Tischtennis entscheidet sich sehr viel im Aufschlag-Rückschlag, da kommt es gar nicht zu unglaublich vielen langen Ballwechseln – und da war der Gegner heute einfach besser.“ Für Levenko endet damit auch ein Kapitel im Ligabetrieb. Künftig möchte er seinen Fokus neu ausrichten: „Ich werde keine Liga mehr spielen und mich auf internationale Turniere konzentrieren, um zu sehen, wie weit ich kommen kann.“ Zum Abschied fand er zudem persönliche Worte für Verein und Umfeld: „Ich möchte mich beim ganzen Verein bedanken für diese unvergessliche Saison und die Möglichkeit, Bundesliga zu spielen. Alle haben immer 100 Prozent gegeben – wie ich auch. Es ist einfach ein familiärer Verein, der Tischtennis lebt.“

Auch TTF-Präsident Kristijan Pejinovic blickte auf die Partie zurück und hob dabei vor allem die Leistung der Mannschaft hervor: „Es war leider kein krönender Saisonabschluss, aber die Mannschaft hat großen Respekt verdient. Sie hat gut gefightet und ein ordentliches Spiel abgeliefert. Chancen für mehr waren definitiv da.“ Besonders wichtig sei ihm auch die Wahrnehmung von außen gewesen: „Von den Fans kam das klare Feedback, dass die Jungs noch einmal alles gegeben haben – wir können uns erhobenen Hauptes verabschieden.“ Mit Blick auf Levenko ergänzte Pejinovic: „Wir danken ihm für das gemeinsame Jahr. Er war ein Spieler, der immer bis zum letzten Punkt alles gegeben und sich voll mit unserem Verein identifiziert hat.“ Trotz der Niederlage zog der Präsident ein positives Gesamtfazit der Saison: „Das Endergebnis in der Tabelle ist mehr, als wir uns im Vorfeld erhofft hatten. Ein großes Dankeschön gilt dem Trainer und dem gesamten Staff für die geleistete Arbeit. Natürlich haben wir an der einen oder anderen Stelle auch Lehrgeld bezahlt, aber genau daraus werden wir lernen.“ Die Richtung für die Zukunft ist dabei klar definiert: „Wir bleiben unserem Weg treu. Entwicklung braucht Zeit, aber wir sind überzeugt vom Potenzial dieser Mannschaft.“
Die einzelnen Spiele im Überblick
Iulian Chirita – Kanak Jha 0:3 (8:11, 11:13, 8:11)
Leonardo Iizuka – Yongyin Li 3:2 (5:11, 13:11, 12:10, 3:11, 11:8)
Andreas Levenko – Borgar Haug 1:3 (8:11, 12:10, 4:11, 9:11)
Iulian Chirita – Yongyin Li 1:3 (12:14, 14:16, 11:6, 9:11)
Das Re-Live der Partie ist auf der Streamingplattform Dyn Sports abrufbar.
Sommerpause nach intensiver Spielzeit
Mit dem letzten Heimspiel endet für die TTF Liebherr Ochsenhausen eine ereignisreiche Saison. Nach intensiven Monaten verabschiedet sich das Team in die Sommerpause, um Kräfte zu sammeln und die Grundlage für die kommende Spielzeit zu legen.
